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Hunderte von OUPS Cartoons www.connywolf.com

Hunderte von OUPS Cartoons
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Schlüsselmomente und Sternstunden

“… die eigentliche Bedeutung als Schlüsselmoment oder Geburtsstunde erkennt man erst in der Zukunft.”

So endete mein letzter Eintrag und ich möchte hier noch ein paar Gedanken hinzufügen.

Vielleicht darf uns die Bedeutung einer Idee, einer Entdeckung manchmal anfangs noch gar nicht bewusst sein, da wir sie sonst vielleicht sofort mit Erwartungen überfrachten würden, die Idee hätte keine Zeit sich zu entwickeln, zu reifen … sie müsste sofort Ergebnisse, Erfolge zeitigen und sie würde dadurch entweder gleich im Keim ersticken oder zu einer Eintagsfliege werden.

OUPS war also winzig und in vielerlei Gestalt erstmals in meinem Skizzenbuch aufgetaucht, ein Archäologe würde sagen „erste Spuren von ihm konnte man bereits in diesen kleinen Figürchen erkennen“. Ich hatte einfach meine Freude an dem Gewusel, ohne den kleinen Winzlingen allzu viel Bedeutung beizumessen. Gleichzeitig ging mir Ken Done – der australische Künstler – und seine Werke nicht mehr aus dem Kopf. Seine Arbeit und vor allem die Art, wie er sich als Künstler so vielseitig „vermarktete“ hatte mich sehr beeindruckt.

Nach Frankfurt zurückgekehrt, fiel es mir unglaublich schwer wieder in meinen Arbeitsalltag zu finden. Noch dazu fror ich unentwegt, da ich Wochen in der tropischen Hitze der australischen Northern Territories zugebracht hatte.

Als einziger Lichtblick erhellte eine Idee mein Gemüt. Eine Idee, die in den folgenden Wochen und Monaten in meiner Phantasie zu reifen begann. Ein Projekt das noch lange Zeit nicht richtig sichtbar und greifbar für mich sein sollte, doch ich spürte bereits, es würde etwas Größeres, etwas Umfassendes sein, eine Aufgabe bei der ich immer wieder meine Erlebnisse, meine Lebensphilosophie, meine Gefühle einfließen lassen könnte … etwas Buntes, Liebenswertes, das Schönheit, Humor und Lebensfreude in die Welt bringt … etwas, dass aber auch von den zahlreichen „Hoppalas“ des Lebens erzählt, den Fettnäpfchen in denen ich trotz aller Vorsicht immer wieder landete und lande … gerne auch mit Anlauf und beiden Füßen gleichzeitig! … es würde von meinen Bemühungen handeln immer alles „gut und richtig“ zu machen, aber auch davon, wie genau DAS so oft daneben geht … und davon, dass es trotzdem immer wieder einen Ausweg, einen Neustart geben kann, solange das Herz seinen Ausdruck findet.

Wenn ich heute so an diese Ahnung zurückdenke, dann kommt es mir so vor, als hätte ich im Geist wie durch eine Milchglasscheibe in die Zukunft geschaut, wo sich OUPS mit seiner Welt und den Hunderten von Cartoons, bereits abzuzeichnen begann. Den Cartoons und Bildern, die meine Lebensphilosophie, meine Anliegen, meine Sehnsüchte … aber auch meine Lebensfreude und meine Fröhlichkeit wieder spiegeln würden. 😉

OUPS Conny Wolf

OUPS – Geburtsstunde im Flugzeug http://www.connywolf.com

Im Flugzeug geboren …

Es kam der Tag des Abschieds in Australien. Ich hatte meine geplanten 4 Wochen ja bereits um eine ungeplante Woche verlängert, doch nun war es endgültig so weit und ich machte mich schweren Herzens auf den Rückweg nach Frankfurt. Ein betrübter Rückweg, nach 5 Wochen Lebenslust und Freiheit in der tropischen, exotisch bunten Atmosphäre der Australischen Ostküste, die mir manches Mal wie ein Abenteuerspielplatz für große Kinder vorgekommen war. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken, in jedem Ort lockten Abenteuertrips von Bungee Jumping über River Rafting bis Hai Tauchen. Eigenverantwortung wird in Australien groß geschrieben und somit waren die Angebote für Unternehmungen teilweise wirklich abenteuerlich.

In Frankfurt herrschte Ende Februar natürlich noch immer Winter, hessischer Winter, gerne mal nasskalt und grau, eher hinterlistig eisig, als zauberhaft weiß … die Hessen mögen mir verzeihen. 😉 Diese Wetteraussichten hatten wenig Anziehendes für mich. Zu allem Überdruss war bei meiner Umbuchung  nur noch einen Direktflug verfügbar, das bedeutete nahezu 24 Stunden im Flugzeug, mit Zwischenlandung in Dubai, wo man mit schwer bewaffneter Militäreskorte aufs Klo begleitet wurde, sehr gastfreundlich. Beim Anblick des Porsche 911, der vor dem Duty Free Shop in Dubay mit einer überdimensionalen roten Schleife auf dem Dach präsentiert wurde, musste ich allerdings schmunzeln. Nettes Mitbringsel, dachte ich mir, nach dem Motto „Packen sie ihn mir ein, dann nehme ich ihn gleich mit.“  😉

OUPS -  Einige Zeit später ...  www.connywolf.com

OUPS – Einige Zeit später …
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Man könnte mich zwar nicht gerade klaustrophobisch nennen, doch Situationen oder Räume, die mich meiner Freiheit berauben, lassen bei mir manchmal unerwartet Panik aufkommen. Da hilft dann nur, mich möglichst gut abzulenken, um ja nicht darüber nachzudenken, dass ich jetzt nicht eben mal schnell raus kann, wenn ich will. Ein Langstreckenflug ist eine solche Situation. 😉

Meine Skizzenbücher haben mich schon so manches Mal gerettet, bei Langeweile, bei Ungeduld oder eben auch bei drohender Panik, wie in diesem Fall. Zeichnen ist ja Entspannung für mich und ganz nebenbei entstand auch schon die eine oder andere wichtige Idee dabei, ohne dass sie gleich als solche erkennbar war. So auch dieses Mal, als viele tausend Meter über der Erde ein kleines seltsames Wesen in meinem Skizzenbuch landete, das sich mir später als OUPS vorstellen würde. 😉

OUPS musikalisch www.connywolf.com

OUPS musikalisch
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Doch zurück in die Luft. Da saß ich also eingezwängt in der Touristenklasse, Stunde um Stunde … Ohne bestimmte Absicht „ließ ich den Stift auf dem Papier laufen“, schaute zu, was sich da auf den Seiten abzuzeichnen begann und hatte meinen Spaß daran. Winzig kleine Figuren, wie Scherenschnitte, kaum größer als mein Daumenabdruck erschienen da auf dem Papier … ich zeichnete mit einem schwarzen Pinselfilzstift. Dabei beobachtete ich fasziniert, wie ich mit so wenigen Details unterschiedliche Typen charakterisieren konnte: Eine Frau mit Kinderwagen und einem kleinen Mädchen an der Hand, ein alter Mann mit Stock, Artisten … sogar verschiedene Tiere konnte ich auf diese Weise in schneller Folge entstehen lassen, winzig klein doch gut erkennbar. Das begeisterte mich!

OUPS wird sportlich.  www.connywolf.com

OUPS wird sportlich. http://www.connywolf.com

Wie man auf den Fotos erkennen kann, handelte es sich hier um die Geburtsstunde von OUPS, selbst wenn es noch Jahre dauern sollte, bis er sein heutiges Aussehen erlangte. Natürlich war mir das in diesem Augenblick nicht bewusst, es waren in dem Moment einfach Fingerübungen, kreative Spielereien und ein lustiger Zeitvertreib auf diesem langen Flug. 😉

OUPS - Jahre später ...  www.connywolf.com

OUPS – Jahre später …
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So ist es oft. Die wirklich bedeutenden Dinge in meinem Leben landen meistens nicht mit einem lauten Knall direkt vor meiner Nase, sondern schleichen sich heimlich still und leise zum Hintertürchen herein … die eigentliche Bedeutung als Schlüsselmoment oder Geburtsstunde erkenne ich dann oft erst in der Zukunft. Die Bilder zeigen Auszüge aus meinen Skizzenbüchern, im letzten Foto sieht OUPS bereits so aus, wie ich ihn heute zeichne. Auch sein OUPSinchen hat er bereits dabei. Richtig gefestigt hat sich sein Aussehen erst, als mit der Verlagsgründung 2002 (OUPS & friends) aus meinem Spielkameraden OUPS mein Arbeitskollege wurde und ich so in den folgenden knapp 10 Jahren hunderte von Cartoons, die sich in meinen Skizzenbüchern angesammelt hatten, in druckfertige Reinzeichnungen verwandeln musste.

Doch davon ein andermal mehr … 😉

Einmal um die ganze Welt …

War es in der letzten Folge von „20 Jahre Oups“ die Entstehung meiner Comic-Figuren im Allgemeinen, so kommen wir nun zu meinen gezeichneten Wesen im ganz Besonderen. 😉

Heute werde ich oft gefragt „Wie kommt man auf so eine Idee?“ Das habe ich mich auch gefragt, als ich begann diese Geschichte aufzuschreiben, doch vor dem WIE kommt erst mal das „WO alles begann … “

Anfang der Neunziger – lebte und arbeitete ich nun also als „Freischaffende Illustratorin“ in „Mainhatten“, wie Frankfurt von Insidern damals aufgrund der hohen Kriminalität genannt wurde.

Da erzählte mir eine ehemalige Kollegin, dass Sie 3 Wochen später zu einer Reise durch Australien und Neuseeland aufbrechen wolle, insgesamt 3 Monate – WOW! 😉 – und fragte ganz nebenbei ob ich nicht mitkommen möchte … „Ja ne, klar … Australien mal eben so, für ein paar Wochen. Wie geht das denn!“

Wenn schon Australien, dann Barrier Reef samt Hai!

Wenn schon Australien, dann Barrier Reef samt Hai!

Doch die Vorstellung, einige Zeit auf der anderen Seite des Globus zu weilen, also so viele Kilometer wie möglich zwischen mich und Frankfurt zu packen, erschien mir zu dieser Zeit mehr als reizvoll … zumindest für ein paar Wochen. Dafür gab es auch einen leicht zu erratenden Grund – im Klartext „Liebeskummer“.  Also begann ich ernsthaft darüber nachzudenken …

Meine Auftragslage war glänzend, denn glücklicherweise schätzten mich meine Kunden sehr, eine längere Auszeit lag also  finanziell durchaus im Bereich des Möglichen. Doch Werbung war auch zu dieser Zeit bereits ein rasantes Geschäft, ganz besonders in den „großen Agenturen“ die meine Auftraggeber waren. Ein “Freelancer” wie ich, der gerade IN war konnte schon Morgen OUT sein, vor allem wenn er längere Zeit nicht verfügbar war und „längere Zeit“ bedeutete damals in der Branche „Wer mehr als 3 Wochen Urlaub machen kann ist ersetzbar.“ Das wollte ich natürlich nicht leichtfertig riskieren, also brauchte ich „volle drei Tage“ bis ich zum Hörer griff und einen Flug buchte … rein zufällig war noch ein Platz in der gleichen Maschine frei … aber was ist schon zufällig. 😉

Ein bayrisches Mädel braucht auch in Australien sein Bier. ;-)

Ein bayrisches Mädel braucht auch in Australien sein Bier. 😉

Das war nicht das erste Mal und sollte auch nicht das letzte Mal in meinem Leben sein, dass ich spontan eine Entscheidung traf, von der ich bereits tief im Inneren wusste, dass sie meinem Leben eine völlig neue Richtung geben könnte, wenn ich mich darauf einließ. 😉

Insgesamt wurden aus mutig geplanten 4 Woche dann letztendlich abenteuerliche 5 … weil’s so schön war, dass ich in Sydney sogar die Stellenanzeigen zu lesen begann … Australien ist ein faszinierender Kontinent von dem ich gerade mal ein paar hundert Kilometer Ostküste und ein bisschen tropischen Regenwald zu sehen bekam und völlig überwältigt war. Hätten sich allerdings meine Informationen über die australische Flora und Fauna zu jener Zeit nicht nur auf Känguruhs und niedliche Koalas beschränkt, ich wäre vermutlich nie in Australien gelandet. Alles ist um ein Mehrfaches größer als in Europa … Spinnen, Kröten und Echsen zum Beispiel und als spezielle Zusatzausstattung sind erschreckend viele dieser Artgenossen auch ziemlich giftig. 😉

Ich zeichnete wie immer alles, was mir vor den Stift kam, hier zur Abwechslung mal Flora und Fauna.

Ich zeichnete wie immer alles, was mir vor den Stift kam, hier zur Abwechslung mal Flora und Fauna.

Hätte es OUPS ohne Australien jemals für mich gegeben?

OUPS vermutlich schon, doch sicher nicht all das, was später daraus wurde, denn auf meiner Reise begegnete ich immer wieder den Bildern von Ken Done, einem sehr bekannten australischen Künstler, der zusammen mit seiner Frau fröhliche, sonnige Kunstwerke wunderhübsch, aber vor allem sensationell einfallsreich vermarktete.

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Von da an wusste ich: „DAS WILL ICH AUCH!!!“ Ohne natürlich eine genaue Vorstellung davon zu haben, was DAS für mich bedeutete …

Zurückblickend denke ich, das war der Zeitpunkt, als sich OUPS auf den Weg zu mir machte. 😉

Und da machte sich OUPS auf den Weg zu mir ...

Und da machte sich OUPS auf den Weg zu mir …

Doch davon ein andermal mehr … 😉

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